Heilpraktikerin Angela Sitzmann0
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Goldrute

Solidago virgaurea (Echte Goldrute)

Asteraceae (Korbblütengewächse)

   

Echte Goldrute

 

Echte Goldrute (Blüte)

 

Vorkommen.

Nur die Echte Goldrute ist als einzige in Mitteleuropa vorkommende Goldrutenart eine einheimische Pflanze. Sie bevorzugt magere Böden und ist deshalb in Wäldern, Gebüschen und Heiden bis in eine Höhe von 2800 m anzutreffen. Die Pflanze wächst aber nicht nur in fast ganz Europa, sondern auch in Asien, Nordafrika und Nordamerika. Die beiden aus Nordamerika stammenden Arten Solidago canadensis (Kanadische Goldrute) und Solidago gigantea (Späte Goldrute) kamen ursprünglich als Zierblumen zu uns, verwilderten und fassten vor allem an unkultivierten Plätzen und in Auwäldern Fuß. Beide Arten werden bei uns arzneilich aber nicht verwendet.

 

Merkmale.

Je nach Wachstumsbedingungen wird die Pflanze zwischen 30 und 100 cm hoch. Die aufrechten Stängel sind kahl bzw. im oberen Teil wenig behaart und auch nur im oberen Teil stark verzweigt. Auffallend sind die gelben Blütenköpfe, die sich in den Monaten Juli bis Oktober zeigen. Sie besitzen am Rand 8 bis 12 Zugen- und in der Mitte Röhrenblüten. Die Blütenköpfe stehen in endständigen Blütenständen als Traube und Rispe zusammen. Was darunter zu verstehen ist, können Sie in dem oben links stehenden Bild recht gut erkennen. Geschmacklich handelt es sich um kein besonderes Highlight, denn die Pflanze schmeckt doch recht bitter.

 

Herkunft des Namens.

Schauen wir uns die wissenschaftliche Bezeichnung an. Solidago stammt aus dem Lateinischen und ist abgeleitet von "solidare", war soviel heißt wie "festmachen, heil machen".

 

Volkstümliche Namen.

Hier haben wir eine ganze Sammlung von Namen, unter der diese Heilpflanze bekannt ist bzw. war. Sie wird auch als Goldraute, Gemeine Goldrute, Golden, Wundkraut, Güldenwundkraut, Heidengoldkraut, Heidnischwundkraut, Machtheilkraut, St. Peterstab bzw. Wundkraut bezeichnet. Warum wird im deutschen Namen sehr häufig die Bezeichnung "Gold" bzw. "Gülden" finden, liegt auf der Hand, wenn man sich die wunderschönen, leuchtend gelben Blüten anschaut. Außerdem verraten die Bezeichnungen, dass die Pflanze offensichtlich auch als Mittel zur Wundheilung eingesetzt wurde.

 

Wirksame Teile.

Sowohl die gesamte Pflanze als auch die blühenden Sprossspitzen können für medizinische Zwecke verwendet werden. Mit dem Sammeln der Pflanze kann im Juli begonnen werden, d.h. zu Beginn der Blütezeit. Bei günstigen Bedingungen finden wir die Pflanze bis in den Oktober hinein. Getrocknet werden die oberen, blühenden Teile der Pflanze. Diese sind weich und saftig und enthalten die größte Menge an wirksamen Inhaltsstoffen. Zu beachten ist, dass die Blüten noch nicht aufgeblüht sein dürfen. Die Temperatur darf 40°C nicht übersteigen. Um das sicher zu stellen, empfiehlt es sich, die Pflanzenteile im Schatten zu trocknen.

 

Inhaltsstoffe.

Die Pflanze enthält ätherisches Öl, Diterpene, Flavonoide, Gerbstoff, phenolische Verbindungen, Oxal- und Zitronensäure sowie Saponine. Wie für viele Heilpflanzen so gilt auch in diesem Fall, dass man die einzelnen Wirkungen nicht über einzelne Wirkstoffe erklären kann. Vielmehr ist es auch hier das Zusammenspiel aller Inhaltsstoffe, was die Wirkung letztlich ausmacht.

 

Geschichtliches.

Die Anwendung der Goldrute reicht bis in die Zeit der Germanen zurück. Diese nutzten ein aus der Pflanze hergestelltes Pulver zur Behandlung frischer Verletzungen, indem sie das Pulver in die Wunden streuten. Im Mittelalter stand die Verwendung der Pflanze bei Leiden in Zusammenhang mit den ableitenden Harnwegen im Mittelpunkt. Neben ihrer Anwendung als Tee kamen auch zerquetschte, frische Blätter oder getrocknetes, pulverisiertes Kraut in Betracht. Später geriet die Heilpflanze in Vergessenheit. Mit der neuerlichen Wiederentdeckung der Heilpflanzenkunde gelangte auch die Goldrute wieder in unser Bewusstsein. Heute ist sie Bestandteil vieler Blasen- und Nierentees bzw. hat sie in Form von Fertigarzneimitteln einen festen Platz in der Apotheke.

In Amerika verwenden die Indianer Solidago canadensis noch immer zur Behandlung von Klapperschlangenbissen. Sie ist allerdings nur ein Bestandteil eines dort traditionell genutzten Heilmittels.

 

Medizinische Eigenschaften.

Wissenschaftlich nachgewiesen ist die harntreibende Wirkung der Goldrute. Deshalb wird sie empfohlen zur Durchspülungstherapie der ableitenden Harnwege und zur unterstützenden Behandlung bei Nierensteinen und Nierengrieß. Ihre krampflösenden, abschwellenden und antibakteriellen Wirkungen verbessern die Symptome bei Blasenentzündungen deutlich. Dennoch sollte darauf geachtet werden, dass eine Eigendiagnose und Eigenbehandlung immer problematisch sein kann, so dass jeder Patient einen Arzt aufsuchen sollte, wenn die Beschwerden nicht innerhalb von zwei bis drei Tagen deutlich besser werden.

Volksheilkundlich ist das Anwendungsspektrum der Echten Goldrute deutlich größer. Hier wird sie bei Blasen- und Nierenentzündungen, Gicht, Rheuma, Hautkrankheiten, Keuchhusten, Asthma und äußerlich bei eiternden Wunden eingesetzt.

 

Anwendungsarten.

Goldrute kann innerlich - in Form von Teezubereitungen - bei Problemen im Bereich der ableitenden Harnwege eingesetzt werden. Äußerlich hilft sie bei eiternden Wunden weiter. Wir finden die Goldrute als Bestandteil in vielen Blasen- und Nierentees wieder. Wer keinen Tee mag, kann auf entsprechende Fertigarzneimittel zurückgreifen, die es in der Apotheke gibt.

 

Anwendungsbeschränkungen.

Während bei der Goldrute keine Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen bekannt sind, gibt es aber eine Einschränkung bei ihrer Anwendung. Leidet ein Patient unter Wasseransammlungen, die durch eine eingeschränkte Herz- oder Nierenfunktion entstanden sind, so muss vor der Nutzung dieser Arzneipflanze auf jeden Fall ein Therapeut aufgesucht werden.

 

Anwendung in der Homöopathie.

In der Homöopathie werdendie fruschen Blütenstände gesammelt und zu homöopathischen Arzneimitteln verarbeitet. Solidago wird v.a. eingesetzt bei Problemen im Bereich der Harnwege, aber auch bei Atem- und Verdauungsbeschwerden, bei rheumaähnlichen Schmerzen oder bei Hautausschlägen.

  • Organbeziehungen: Harnwege

 

Wenn Sie Interesse an weiterführender Literatur haben, dann schauen Sie bitte in meine Literaturliste. Dort finden Sie Literatur aus dem Bereich der Botanik, der Naturheilkunde und der Homöopathie. Bitte beachten Sie, dass diese Informationen weder  zur Selbstdiagnose noch zur Selbstbehandlung geeignet sind bzw. für diesen Zweck gedacht sind.

 



Naturheilpraxis Angela Sitzmann    info@naturheilpraxis-sitzmann.de